Naveta Tagung 03. September 2020

Am 03. September 2020 konnte die Naveta AG mit der Partnerfirma Kemin und dem Referenten Hr. Prof. Dr. Klaus Eder von der Uni Giessen eine interessante und gut besuchte Tagung durchführen. Die Themen an dieser Tagung waren:

  • Die Leber der Milchkuh und ihre zentrale Funktion im Stoffwechsel
  • Gesund und leistungsbereit durch die Transitphase
  • Aminosäuren in der Milchviehfütterung
  • Pansengeschützte Aminosäuren für Wiederkäuer

Die Vorträge finden Sie unter Publikationen

Eisenpaste mit Mehrwert für Saugferkel: Früh, stressfrei & effektiv

Eisenpasten wie Lactiferm®Fe können Saugferkeln früh stressfrei verabreicht werden. Der Eisenmangel wird somit schnell ausgeglichen. Durch die Kombination mit Milchsäurebakterien und Bacillus Sporen wird die Darm-Mikrobiota der jungen Tiere stabilisiert.
Die Eisenversorgung der Ferkel ist eine Routinemaßnahme in jedem Sauenbetrieb, um dem Eisenmangel und seinen möglichen Folgen vorzubeugen. Dabei hat die orale Verabreichung einer Eisenpaste mehrere Vorteile gegenüber einer Injektion. Sie ist stressfreier und die Gefahr der Pathogenverschleppung durch eine Stichverletzung bei einer Injektion
wird vermieden. Neben der frühzeitigen Vermeidung von Eisenmangel bietet Lactiferm®Fe, mit der zusätzlich enthaltenen Kombination aus Milchsäurebakterien und Bacillus Sporen, eine optimale Besiedlung des Darms. Die nach der Geburt oftmals anfällige Darm-Mikrobiota wird dadurch gestärkt.
Eisenmangel
Für eine defizitäre Eisenversorgung bei Saugferkeln gibt es mehrere Ursachen. So sind die Eisenreserven des Ferkels bei der Geburt sehr gering. Andererseits ist der Eisenbedarf durch das schnelle Wachstum der Ferkel enorm hoch, da Eisen für die Blutbildung benötigt wird. Gleichzeitig reicht die Eisenzufuhr über das Kolostrum nicht aus.
Probiotika
Lactiferm®Fe verbindet die Vorteile dieser für die Tiere stressfreieren Pastengabe mit der probiotischen Wirkungsweise von B.I.O.Plus®YC. Dieses Probiotikum stabilisiert den Darm und wirkt hemmend gegen grampositive
Bakterien, wie z.B. Clostridium perfringens Typ A und C, die beim Ferkel zu Durchfall führen können. Zusätzlich enthält Lactiferm®Fe das Milchsäurebakterium Enterococcus faecium, welches den Darm schnell besiedelt und durch kompetitive Hemmung die Anheftung pathogener Bakterien an der Darmschleimhaut verhindert.
Vitamine
Die Ferkel erhalten eine zusätzliche Zufuhr der Vitamine A, D3 und E. Vitamin A unterstützt das Immunsystem und die allgemeine Resistenz gegen Infektionen, während Vitamin D3 den Stoffwechsel und das Gleichgewicht von Kalzium und Phosphor reguliert. Vitamin E unterstützt die Ferkel besonders in Stresssituationen.
Vielfältige Wirkungsweise
Dank der einfachen Verabreichung und dem hochverfügbaren Eisen von Lactiferm®Fe, kommt es zu einer stressfreieren Erhöhung des Eisengehalts und der Sauerstofftransport des schnell wachsenden Ferkels wird verbessert. Zudem stabilisiert die Paste die Darm-Mikrobiota und beugt Durchfallerkrankungen vor. Damit können die Nährstoffe vom Saugferkel besser aufgenommen und die Leistung gesteigert werden.

Sau-stark in die Säugezeit

Die Transitphase ist eine der wichtigsten Phasen im Produktionszyklus der Muttersau. Zum einen benötigen die Ferkel immer mehr Nährstoffe und zudem muss die Verdauung der Sau auf die Laktation vorbereitet werden. Damit die Verdauung über das Abferkeln in Schwung bleibt, gibt es verschiedene Lösungsansätze. Einer davon ist die gezielte Supplementierung mit Wirkstoffen, welche einen positiven Effekt auf die Futteraufnahme und die Verdauung haben.

Stallwechsel, Futterumstellung, verändertes Klima, Vorbereitung aufs Abferkeln – dies sind einige Faktoren, welche die Transitphase zu einer Herausforderung machen. Jeder dieser Faktoren führt, oder kann, zu Stress führen. In der aktuellen Sommerperiode kommt zusätzlich noch der Hitzestress dazu. Im Allgemeinen führt Stress zu einer Verringerung der Futteraufnahme, Störungen der Verdauung und anderen ernährungsphysiologischen Problemen wie z.B. erhöhter oxidativer Stress. Um diese Stressfaktoren möglichst gering zu halten, empfiehlt es sich, während der Transitphase der Fütterung eine erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken und vorbeugende Massnahmen zu ergreifen.

Zu diesem Zweck wurde das Produkt Top Transit entwickelt. Es vereint mehrere Wirkstoffe in einem Produkt und soll den Start in die Laktation möglichst optimal gestalten. Die Inhaltsstoffe fördern u.a. die Faserverdauung und beugen somit möglichen Verstopfungen vor. Dies wiederrum verringert das Risiko eines erhöhten Aufkommens von pathogenen Keimen im Dickdarm. Verschiedene pflanzliche Komponenten unterstützen eine reibungslose Verdauung, Futteraufnahme, Nährstoffeffizienz und -aufnahme. Eine gute Verdauung zeigt sich z.B. durch eine wesentlich frühere erste Kotausscheidung nach dem Abferkeln. Abgerundet wird das Produkt mit einem speziellen Wirkstoff auf pflanzlicher Basis, welcher die Reaktion auf Stress abschwächt. Dies ergibt sich durch die Wechselwirkung von Stress und Appetit, welche über die Hirnanhangsdrüse gesteuert wird. Je weniger Stress, desto höher die Futteraufnahme.

Durch die Synergien der einzelnen Wirkstoffe wird ein breites Spektrum von positiven Effekten erreicht. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, Probleme zu verhindern oder zumindest so weit zu reduzieren, dass die Auswirkungen auf die Verdauung, Kolostrumqualität (Stress vermindert die Qualität des Kolostrums) und später die Milchproduktion in einem akzeptablen Rahmen gehalten werden können.

Eine optimale Transitphase und folglich eine dementsprechend gute Laktation unterstützen nicht nur die Aufzuchtleistung, sondern auch den nächsten Zyklus der Sauen. Eine gute Verdauung und konstant hohe Futteraufnahme verhindern ein zu starkes abmagern und erleichtern eine erfolgreiche Besamung für einen weiteren vitalen Wurf. Ob als Leistungsförderung, Versicherung oder zukunftsorientierte Investition für die nächste Laktation, der Nutzen einer optimalen Transitphase kann nicht hoch genug eingestuft werden.

Schöne Sommertage wünscht Ihnen das Naveta-Team

Hitzestress – vorbeugen statt kurieren

Verschiedene Umwelteinflüsse führen bei Schweinen immer wieder zu Stresssituationen. Der Geburtsprozess, Hitzeperioden, Temperaturschwankungen und Futter- oder Stallumstellungen. Die Liste ist lang und vielfältig. Häufig sind die Folgen eine verminderte Futteraufnahme, Verhaltensstörungen, schlechtere Fruchtbarkeit und / oder tiefere Leistungen. Der Einsatz vom Produkt VeO kann diese negativen Folgen vermindern und somit das Tierwohl steigern.
Ein zunehmend kritischer Stress stellt der Hitzestress dar. Hitzestress bedeutet, dass die Kombination von Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit nicht optimal ist. Schweine leiden, wie viele andere Nutztiere auch, sehr stark an Hitzestress. Weil Schweine aber praktisch nur durch „hecheln / keuchen“ Wärme an die Umwelt abgeben können und kaum schwitzen, sind sie besonders sensibel und anfällig. Umso wichtiger ist es darum, ein optimales Klima anzustreben und auf eine ausreichende und einwandfreie Wasserversorgung zu achten. Säugende Sauen können dabei um die 40 Liter Wasser pro Tag benötigen.
Die Folgen von Hitzestress sind sehr vielfältig. Nicht alle Symptome werden sofort sichtbar. Am bekanntesten ist sicherlich das sogenannte „Sommerloch“, bei welchem vor allem die Fruchtbarkeit der Sauen als Hauptproblem ausgemacht wird. Häufig ist es jedoch so, dass das Problem einer ungenügenden Fruchtbarkeit durch eine zu niedrigere Futteraufnahme verstärkt oder sogar ausgelöst wird. Eine säugende Sau hat vor bis nach dem Abferkeln bereits zahlreiche Stresssituationen zu bewältigen (Vorbereitung Geburtsprozess, Verdauung, Abferkeln, Regeneration, Milchproduktion etc.). Kommt auch noch Hitzestress dazu, so wird die Sau automatisch weniger fressen, weil sie die Körpertemperatur nicht mehr genügend regeln kann. Das Problem ist, dass sich nun ein negativer Kreislauf entwickeln kann. Eine verminderte Futteraufnahme hat u.a. negative Folgen auf die Kondition, Fruchtbarkeit, den nächsten Wurf und auf die Milchproduktion. Letzteres stellt wiederum die Ferkel vor eine Stresssituation. Ferkel die zu wenig Milch erhalten, wachsen nicht nur weniger schnell und sind anfälliger für Krankheiten, sie stressen zudem die Sau um ein vielfaches beim Säugen. Um Hitzestress zu vermindern gibt es, nebst den stallbautechnischen Möglichkeiten oder der Genetikwahl, vermehrt Lösungsansätze über die Fütterung. So kann z.B. im Sommer mit höheren Energiedichten gearbeitet werden. Zudem können zusätzliche Wirkstoffe die Folgen eindämmen, resp. bereits vor möglichen negativen Auswirkungen vorbeugend eingesetzt werden. Als Beispiel für einen vorbeugenden „Schutz“ vor Hitzestress ist das Produkt VeO.

Das Produkt VeO wirkt gezielt über das Gehirn. Durch die olfaktorischen Rezeptoren (Geruch & Geschmack) in der Hirnanhangsdrüse, wird die Übertragung der Stressbotschaft vermindert. Im Gegenzug wird der Appetit gesteigert. Diese zwei Faktoren sind immer gegenläufig. Das heisst, je mehr Stress, desto weniger Appetit. Durch die Verminderung der Stressbotschaft kann die Futteraufnahme in Stresssituationen verbessert werden. Somit werden die negative Auswirkungen vermindert und das Tierwohl gesteigert.

Ihr NAVETA-Team

Hitzestress bei Milchkühen

Die optimale Temperatur für eine Kuh liegt zwischen  -5 °C und +15 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von unter 60 Prozent. Je höher die Leistung einer Kuh, umso empfindlicher reagiert sie auf Hitzestress. Der Grund ist einfach: Eine Kuh, die mehr Milch gibt, erbringt eine höhere Stoffwechselleistung und produziert mehr Wärme. Der Hitzestress einer Kuh ist nicht nur von der Temperatur abhängig, auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine wichtige Rolle. Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden mit dem sogenannten THI (Temperatur-Luftfeuchtigkeit-Index) gemessen.

Ab einem gewissen THI kann die Kuh die erzeugte Eigenwärme nicht mehr an die Umgebung abgeben und leidet unter Hitzestress.

Ab einem THI Index von 68 beginnt der Hitzestress.

Hitzestress führt zu sichtbaren Anzeichen,  wie eine geringere Futteraufnahme, Leistungseinbussen oder erhöhte Zellzahlen in der Milch. Die unsichtbaren Auswirkungen, wie erhöhtes Azidoserisiko oder negative Einflüsse auf die Fruchtbarkeit sind nicht weniger gravierend.

Der Einsatz von Lebendhefen hat erwiesenermassen gute Effekte gegen die Auswirkungen des Hitzestresses, da sie die Verdauung der Kuh positiv beeinflussen. Lebendhefen haben die Fähigkeit den Pansen-pH zu stabilisieren und das Azidoserisiko zu vermindern. Das wiederum fördert die Rohfaserverdaulichkeit und stimuliert die Pansenflora, all das wirkt sich positiv auf den Futterkonsum, die Leistung und das Wohlbefinden der Tiere aus.

Graphik: Vergleich Milchleistung auf einem Betrieb in der Schweiz, mit Lebendhefen (ActiSaf) und die Kontrollgruppe ohne Lebendhefen:

Um den oxidativen Stress im Körper zu reduzieren kann den Kühen u.a. die Selendosierung - mit dem Mineralstoff - erhöht werden oder zusätzlich ß-Carotin verabreicht werden.

Hitzestress führt bei den Tieren zu einer verminderten Immunität, was sich oft in höheren Zellzahlen in der Milch zeigt. Durch den Einsatz von Hefezellwänden wird die  Immunitätsleistung der Kühe verbessert und die Zellzahlen gehen zurück.